Kritik: Hausmusik

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Hausmusik: Wohnhaus & Werkstatt von Tilman Muthesius

Mehr als ein Konzert war diese Veranstaltung eher ein Gespräch unter Gleichgesinnten, die sich in der Werkstatt des Geigen- bzw. Gambenbauers Tilman Muthesius eingefunden hatten. Dessen Havelschlösschen genannter Musiksaal war mit ca. 30 Zuhörern bis zum letzten Platz besetzt. Neben den Hausherren Tilman Muthesius und Christiane Gerhardt traten Hille und Marthe Perl auf in einem Programm mit Gambenmusik unterschiedlichster Richtungen, das mit Geschichte und Geschichten rund um das Instrument gespickt wurde.

Zur Sprache kamen die großen Komponisten vom Versailler Hof - etwa Marin Marais und Marc-Antoine Charpentier - aber auch Musik aus anderen Kulturen. Dass sich keltisch-irische Musik für die Gambe eignet hat zwar schon Jordi Savall gezeigt. Mutter und Tochter Perl spielten außerdem Musik, die von Maghrebinischer Folklore inspiriert wurde, sowie auch eine eigene Bearbeitung des berühmten Fandangos von Antonio Soler.

In wechselnden Besetzungen zwischen zwei und vier Gamben nahm man an einer faszinierenden Zeitreise teil. Angesichts der extremen Witterungsbedingungen kann man sich glücklich schätzen, dass nur eine Darmsaite riss, und zum noch größeren Glück geschah dies nicht während des Spiels! Eine nicht vorhergesehene Freude war die Anwesenheit im Publikum von Niklas Trüstedt, der von Frau Gerhardt als "unser aller Lehrer" vorgestellt wurde. Nach dem eigentlichen Konzert gönnten die Elemente dem Publikum noch ein kurzes Weilchen, um den Abend im Garten - mit herrlichem Blick auf den Glienicker See - ausklingen zu lassen.

 

Text: Carlos Solare

Artikel veröffentlicht am 23. Juni 2017

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